Die Projekt-Idee

Mit dem Projekt „Geschichten, die fehlen“ geht das Stadtmuseum Halle inklusive Wege. Menschen mit Beeinträchtigungen gestalten mit eigenen Beiträgen das Museum mit. 

Diese Seite ist in Leichter Sprache eingerichtet.

Am Seitenende finden Sie ein Video, in dem das Projekt einfach erklärt ist, sowie ausführlichere Informationen zum Projekt.

Was macht das Stadt-Museum?

Das Stadt-Museum in Halle sammelt viele Dinge von Menschen aus Halle.

Zum Beispiel:

  • Dinge aus dem Alltag.
  • Wichtige Gegenstände.
  • Bilder und Texte.
Museum

Die Dinge sind von Menschen aus Halle.
Und die Dinge haben eine Geschichte über Halle.
Einige Dinge und Geschichten fehlen aber noch.
Dinge und Geschichten von Menschen mit einer Behinderung.
Das soll anders werden.

Mensch selbstbewusst

Dabei können Sie mitmachen.

Die Arbeits-Gruppe vom Stadt-Museum
möchte sich mit Ihnen treffen.
Bei dem Treffen können Sie Ihre Dinge zeigen.
Und mit anderen Menschen über Ihre Geschichten reden.
Das Stadt-Museum freut sich auf die Treffen.
 

Mitwirkung

Wie kann ich mitmachen?

Hier finden sie weitere Informationen.

    Die Ausstellung im Stadt-Museum

    Die Dinge und Geschichten werden
    vom 22. November 2019 bis 3. Mai 2020
    in einer Ausstellung im Stadt-Museum gezeigt.
    Es wird noch einen anderen Ausstellungs-Teil geben.
    Dort erfahren Sie, wie früher die Menschen mit Behinderung in Halle gelebt haben.

    Das Stadt-Museum hat eine Sammlung.

    Viele Dinge und Geschichten werden für immer im Stadt-Museum aufgehoben.

    Denn die Dinge und Geschichten sollen für die Menschen in Zukunft bleiben.

    Sie und die Besucher sagen uns am Ende der Ausstellung:
    Diese Dinge und Geschichten sollen in die Sammlung kommen.

    Menschen

    Erklär-Film

    Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte: ein Erklärversuch als Film.

    Geschichten, die fehlen

    Über das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen in Halle

    Ob tastbare Orientierungspläne, taktile Leitlinien, Objekte zum Anfassen – seit Jahren erweitert  das Stadtmuseum Halle die barrierearmen Zugänge zu seinen Ausstellungen. Unterfahrbare Vitrinen und die geräumige Anordnung erleichtern Menschen mit Rollstühlen den Besuch der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung. Mobile Hörschleifen stehen zur Verfügung.

    Nun geht das Stadtmuseum einen Schritt weiter: Menschen mit Behinderungen gestalten das Museum mit. Sie tragen Dinge zusammen, anhand derer die Geschichte von Hallenserinnen und Hallensern mit Behinderungen in ihrer individuellen Vielschichtigkeit ablesbar werden soll. In einem mehrmonatigen Prozess mit unterschiedlichen Sammlungsformaten treffen sich die Teilnehmer*innen im Museum, um miteinander über ihre Erfahrungen ins Gespräch zu kommen. Entstehen wird eine Ausstellung mit etwa 30 Exponaten und deren Geschichten, die am 21.11.2019 eröffnet wird. Ausstellungsbegleitend findet eine Veranstaltungsreihe statt, die zur öffentlichen Debatte über das Miteinander von Menschen ohne und mit Behinderungen in der Stadtgesellschaft anregen will.

    In der Ausstellung des Stadtmuseums. Im Vordergrund rechts ein Mann und eine Frau von hinten. Die Frau hat einen Blindenhund an der Leine. Im Hintergrund schaut sich eine Frau im Rollstuhl in Vitrinen ausgestellte Bilder an.
    In der Dauerausstellung gibt es über 50 Stationen für blinde Menschen. Die geräumige Anordnung der Vitrinen ermöglicht Menschen im Rollstuhl einen bequeme Ansicht der Exponate.

    Die Vielfalt der Stadtgesellschaft stärker als bisher abzubilden ist die Herausforderung, der sich das Stadtmuseum stellt – schließlich versteht es sich als Ort, in dem sich die Menschen aus Halle in  ihrer Verschiedenheit wiederfinden können. Es sind die Geschichten der Dinge aus   unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, die noch in der Sammlung des Museums fehlen und somit nicht im „Gedächtnis der Stadt“ für die Nachwelt aufbewahrt werden können. Zu den fehlenden Gruppen gehören Menschen mit Behinderungen. Diese lädt das Museum nun ein, eine der Lücken in der Sammlung zu schließen.

    Für die Teilnehmer*innen begann das Projekt im April 2019 mit einer Entdeckungsreise in die Welt des Sammelns, Bewahrens und Ausstellens – als Einstieg in die Arbeitsweise des Stadtmuseums.  
    Seit April finden die Stammtische statt, an denen die Teilnehmenden der Gruppe ihre Objekte vorstellen und darüber ins Gespräch kommen können. In den wöchentlich stattfindenden Sprechstunden wird zu Einzelgesprächen eingeladen.
    Welche Objekte nach der Ausstellung in die Sammlung eingehen, wird von Teilnehmer*innen und Austellungsbesuchern abgestimmt. Das Museum gibt hier seine Deutungshoheit ab, um nicht nur dem inklusiven, sondern auch dem partizipativen Charakter des Projektes Rechnung zu tragen.

    Menschen im der Ausstellung des Stadtmuseums. Eine Frau mit Blindenhund und ein Mann im Rollstuhl unterhalten sich lachend miteinander. Eine andere Frau im Rollstuhl sitzt daneben. Im Hintergrund weitere Menschen.
    Nach der Auftaktveranstaltung in der Ausstellung

    Für das Vorhaben hat sich das Team des Stadtmuseums erfahrene Partner ins Boot geholt: Nadine Wettstein ist Beraterin für Inklusion. Sie beriet das Stadtmuseum zum Thema Barrierefreiheit schon bei der Neugestaltung der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung. „Darauf zu warten, dass sich etwas in meinem Sinne verändert, halte ich auf Dauer für sehr unbefriedigend. Daher bringe ich mich gerne aktiv ein und freue mich auf all die Geschichten, die bisher noch nicht erzählt wurden, die aber unbedingt auch zu dieser Stadt gehören.“
    Vom Allgemeinen Behindertenverband in Halle e. V. ist Uwe Willamowski ebenfalls schon in der Planungsphase eingestiegen. „ Ich finde es notwendig, dass ca. 10 % der Bevölkerung wahrgenommen werden, denn diese Menschen gehören in unser Stadtbild. Leider gibt es zu viel Mitleid und zu wenig Miteinander, was der Grundgedanke der Inklusion ist."

    Das Projekt wird gefördert im Fonds STADTGEFÄHRTEN der Kulturstiftung des Bundes. Parallel dazu wird eine Ausstellung über Menschen mit Behinderungen in der Geschichte der Stadt erarbeitet und gezeigt.

    Terminübersicht im Projektverlauf

    Hier finden Sie alle aktuellen Termine.

    Auszug wichtiger Termine im Projektverlauf:

    • 12.3.2019, 17.15 Uhr –  Auftaktveranstaltung mit der Teilnehmergruppe
    • März bis November 2019 - Gespräche mit der Teilnehmergruppe über Geschichten und Dinge, die fehlen
    • 11.5.2019 – Aktionen anlässlich des „Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“
    • 21.11.2019 – Ausstellungseröffnung
    • Dezember 2019 bis April 2020 – Begleitprogramm
    • 03.12.2019 - Aktionen anlässlich des „Welttags für Menschen mit Behinderungen“
    • 03.05.2020 – Finissage

    Ansprechpartnerin

    Elke Arnold
    Projektleiterin

    E-Mail: elke.arnold@Halle.de
    Telefon: 0345-2213351
    Mobil: 0176-12040519

    Video: Was ist ein barrierefreier Film?